Die “ Feldberger” und Volksmusikstars begeistern rund 500 Zuhörer in Titisee
TITISEE-NEUSTADT. In ihrer Hochschwarzwälder Heimat sind die Erfolgsmusiker vom Höchsten nur noch selten zu sehen. Wenn die “ Feldberger” aber gastieren, dann sind viel Spaß und große
Volksmusik fürs Herz, Ohren und Augen garantiert. Bei der “ Klingenden Bergweihnacht” im Kurhaus Titisee genossen am Mittwochabend über 500 Einheimische und Gäste einen musikalisch durchgestylten Abend. Das vorwiegend ältere Publikum erlebte prächtige Unterhaltung von den Größen der Volksmusik, die ihre Hits und zum Schluss Weihnachtslieder sangen oder instrumental spielten.
Hansy Vogt und seine Feldberger gastierten im Rahmen ihrer “ Bergweihnacht-Tournee” , die seit dem 29. November bundesweit läuft, in Titisee. Mitgebracht hatten sie die Gesangstars Mara Kayser, Belsy, Astrid und Freddy Breck, die “ Instrumentalkönige” Henry Arland (Klarinette, Saxophon) und Edward Simoni (Panflöte, Querflöte) sowie als Musikensemble die “ Glottertäler Grashüpfer”. Mitgebracht hatten sie auch eine aufwendige Lichtershow.
Eine gewisse Aufregung war zu Beginn im Saal zu spüren. Eine halbe Stunde vor Showbeginn waren nur noch vereinzelt Plätze frei, um die regelrecht gerungen wurde. Wer seinen Platz um diese Zeit kurz verließ, der hatte ihn gehabt. Denn flugs saß ein Neuankömmling strahlend darauf und rückte keineswegs von mehr dannen. So manches Gemüt fing da an zu kochen. Die ersten Zuhörer und Fans wurden bereits zwei Stunden vor Beginn im Kurhaus gesichtet. Als dann die “ Klingende Bergweihnacht” begann herrschte im Saal eitler Sonnenschein, die Gemüter beruhigten sich blitzschnell.
Die “ Feldberger” sorgten gekonnt für gute Stimmung. Aufmerksam wurde jeder Auftritt verfolgt, fleißig Beifall geklatscht, immer wieder Zugaben verlangt. Bei der Moderation von Hansy Vogt ging das Publikum willig mit, jede seiner Pointen saß und war ein Lacherfolg. Erst recht sein Auftritt als Bauchredner mit Hase Felix. “ Schön sei es, gut sei es” , so das Fazit der Zuhörer in der Pause. Als große Familie fühlten sie sich, die gemeinsam mit ihren Stars feierten. Eifrig wurden denn auch in der zwanzigminütigen Pause nach 22 Uhr Autogramme geholt und CDs gekauft. “ Ach die Mara, die singt so toll, das höre ich immer im Auto, ihre Stimme wirkt so beruhigend” , gestand eine ältere Dame freiweg. Sie sei im Fanclub der Mara und müsse unbedingt noch ein Autogramm haben. Schöner als der der Simoni blase keiner die Pan-Flöte, fand ein Ehepaar mit Simoni-Autogrammen in der Hand.
Plaudertasche Hansy Vogt verriet im Laufe des Abends einiges aus dem Nähkästchen seiner Kollegen sowie seiner Familie. Schön sei es doch hier am verschneiten Titisee, in der Heimat der Feldberger. Mit dem Schnee hätten die Volksmusikstars jedoch so ihre liebe Mühe gehabt. Die Mara sei eine Stunde im Stau, im Schneesturm, gewesen. Die Brecks seien im “ Schlittengang” hergekommen; ja, sie sollten doch besser Winterreifen aufziehen. Und der Tirolerin Belsy sei das Scheibenwasser auf der Herfahrt eingefroren. So manchen nicht ernstgemeinsten Hieb verteilte Hansy auch an seinen Musikerkollegen. Der Chris (Laubis) habe so viel zu denken beim Spielen seiner steirischen Harmonika, dass er nicht zum Frisör gehen könne, hieß es da. Kurzfristig erhielt Gaby Heim aus Titisee einen Logenplatz im Scheinwerferlicht verpasst. Sie saß ein Lied lang auf dem Instrument von Chris während er spielte. Vogt hatte sie nach einem Rundgang im Publikum mit den Fragen: “ Woher kommen Sie? Was gab's an Weihnachten bei Ihnen zu essen? Schmeckt der Wein?” herausgepickt und auf die Bühne mitgenommen. Ein Auftritt nach dem anderen reihte sich aneinander, es waren Tophits des Grand Prix der Volksmusik zu hören. Heimelig wurde es im zweiten Showteil, als die Stubenmusik mit Joe Kuttruff, Henry Arland, Chris Laubis, Edward Simoni und Lothar Böhler live aufspielte.
(Badische Zeitung, Eva Korinth, 30. Dezember 2005) |