Die Grashüpfer in Tennenbronn
Dreschen will gelernt sein
Tennenbronn – Die Unterschiltacher Festmeile drohte am Sonntagabend aus allen Nähten zu platzen.

So groß war der Andrang zur abendlichen Veranstaltung der Bürgervereinigung Unterschiltach.

Nach dem Dreschen wird das Stroh zusammengetragen und kräftig ausgeschüttelt. Jedes Korn zählt beim Wettbewerb. Seit der 1967 erfolgten Gründung der Bürgervereinigung findet alljährlich über die Pfingstfeiertage das Waldfest am Bach statt. Heuer hatten sich die Vereinsoberen einen besonderen Wettbewerb für den Montag ausgedacht. Entsprechend groß war dann das Interesse beim Wettstreit der vier Tennenbronner Bürgervereinigungen, als es galt, Körner aus den Ähren zu dreschen. Selbst den Ältesten unter den Teilnehmern war das Dreschen mit dem Dreschflegel nicht mehr in die Wiege gelegt worden. Entsprechend wurde der Wettbewerb von der sportlichen Seite betrachtet und der Ernst der Sache außen vor gelassen. Das überlieferte Handwerk der Bauern, die Frucht zu dreschen, findet heute allenthalben noch bei Heimatabenden Anwendung. Mit Andreas Weisser und Edwin Moosmann standen zwei erfahrene „Drescher“ als Juroren zur Verfügung. Nicht nur die gedroschene Menge war ausschlaggebend, sondern auch das Taktgefühl und dann auch das saubere Ausdreschen der Ähren. Fünf Minuten hatten die jeweils vier Kandidaten der Bürgervereinigungen Zeit, bis der Dreschflegel aus der Hand zu legen war. Martin Günter, Vorsitzender der Unterschiltacher Bürgervereinigung, stellte die Mannschaften vor und kommentierte unterhaltsam das Geschehen. Nicht die größte gedroschene Menge war ausschlaggebend, sondern das Urteil der Juroren entschied über Platz eins und folgende. Drei der Bürgervereinigungen lagen beim Gewicht nur 500 Gramm auseinander. So siegte die Bürgervereinigung WLS (Weierhalde, Linde, Schützen) vor der Eichbacher Bürgervereinigung, gefolgt von der Bürgervereinigung Ramstein, Purpen, Purpenhalde, Reute (RPPR) und dem Gastgeber, der Bürgervereinigung Unterschiltach. Beim sonntäglichen Hammellauf hatte der siebenjährige Felix Seckinger aus Schramberg das Fähnchen im richtigen Moment in der Hand und schätzte sich über den gewonnenen Hammel glücklich. „Den nehme ich mit nach Hause“, so sein Kommentar. Lukas Hilser, sieben Jahre alt und Lucia Bühler, fünf Jahre alt, erhielten Trostpreise. Am Abend heizten die „Grashüpfer“ im Zelt ein und mit dem Auftritt von Jessica-Sarah umlagerten jugendliche Fans die Bühne und forderten lauthals nicht nur eine Zugabe. Bildergalerie im Internet unter: www.suedkurier.de/bilder Autor: Werner Müller Südkurier vom 24.05.2010

 
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