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Ein Feuerwerk der guten Laune
Bei der "Musikantenschänke" des Musikvereins Windenreute machten viele Stars der Volksmusik Station

EMMENDINGEN-WINDENREUTE. Den 100. Geburtstag bei vollem Elan zu erleben, das ist ein Menschheitstraum, der nur wenigen vergönnt ist. Beim Musikverein Windenreute ist er bereits Wirklichkeit.

Das riesige Festzelt, ausgeliehen vom Racing-Team Freiamt, wurde von den Gastgebern liebevoll zum festlichen, blumengeschmückten Konzertsaal umdekoriert.

Die Akteure der "Musikantenschänke" zündeten dort am Samstag ein fast fünfstündiges Feuerwerk der guten Laune mit volkstümlichen Melodien. Neuentdeckung eines brillanten Tenors. Den musikalischen Auftakt übernahmen die "Grashüpfer" aus dem Glottertal. Bernd Weißhaas und Jürgen Schindler setzten zu Beginn auf Altbewährtes, die "Köhler Liesel" . In Sekundenschnelle klatschten die Besucher mit, als dann noch die "Schwarzwaldmarie" und eine Eigeninterpretation mit der witzigen Lebensweisheit "Licht im Keller, bedeutet heller" , ertönte, war die Stimmung bereits am oberen Pegel angelangt.

Moderator Martin Blum hatte das richtige Händchen, um den rund 800 Besuchern alles Wissenswerte an Informationen zu vermitteln. Die (fast) 18-jährige Nicole de Marco aus Gutach hielt das Stimmungsbarometer mit ihren Liedern weiterhin im oberen Bereich. Wie es sich für eine fröhliche Geburtstagsfeier gehört, tauchte ein Überraschungsgast auf. Martin Dom aus Wildtal bei Freiburg brillierte mit seinen Eigenkompositionen. Tosender Beifall begleitete den Tenorsänger am Freiburger Theater.

Reiner Kirsten, Spross der Schwarzwaldfamilie Jäckle aus Oberprechtal ist nach wie vor der Traum aller Schwiegermütter. Seine Titel sind inzwischen so bekannt, dass Mitklatschen und Schunkeln angesagt war. Als Stargäste waren die Geschwister Hofmann angekündigt. Doch Alexandra erwartet bald Nachwuchs. Der Arzt hatte ihr vorübergehend Bettruhe verordnet. Schwester Anita hatte mit ihrem verkürzten Soloprogramm eine Art Weltpremiere. Die Besucher hatten viel Verständnis für die Programmänderung. Egal ob Jägerlieder-Medley, ein Auftritt mit verschiedenen Blasinstrumenten oder eine musikalische Zeitreise in die 60er-Jahre: Anita Hofmann machte deutlich, dass sie zu den ganz Großen des Showgeschäfts zählt. Das Programm sollte noch eine musikalische Steigerung erfahren. Für Alexandra Hofmann sprang Angela Wiedl ein. Angela Wiedl stammt aus einer bekannten Musikerfamilie. Ihre Eltern sind bekannte Jodler, ihr Bruder Opernsänger. Der Auftritt mit Vater Willi im Duett mit dem "Erzherzog Johann-Jodler" bedeutete weit mehr als bajuwarische Festzeltunterhaltung.

Stimmungshöhepunkt des Abends war der Auftritt der "Feldberger" . Die Energie von Bandleader Hansy Vogt, gleichzeitig "Vater" von Frau Wäber, schwappte bis in den letzten Winkel des Festzelts. Exzellente Moderation, fetzige Musik mit einfallsreichen Texten sind das Erfolgsgeheimnis der Feldberger.

Es war weit nach Mitternacht, die Menschen standen teilweise auf den Bänken und Tischen, die Stimmung brodelte als Hansy Vogt noch immer über den "Catwalk" des Festzelts wirbelte. Gegen ein Uhr ging die furiose Show langsam zu Ende. Sichtlich erschöpft, aber glücklich konnte sich Werner Kern auch langsam daran wagen mitzufeiern. "Chapeau an den Musikverein Windenreute für solch ein Programm" hieß es bei den Festgästen beim Hinausgehen.

Quelle: Badische Zeitung vom 11.06.07

 
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