Gipfeltreffen der Volksmusik

Schwäbische Zeitung, 24. April 2005

LAUPHEIM 'Der Fröhliche Alltag' ohne Heinz Siebeneicher und seine schusselige Frau Wäber - nicht vorstellbar. Seit Jahren begeistern die Beiden das Fernsehpublikum. Am Sonntagabend präsentierten der SWR-Moderator und seine 'Assistentin' im Laupheimer Kulturhaus Stars der Volksmusik.


Wer dem Alltagstrott etwas entfliehen möchte und einfach nur Spaß haben will, der ist beim 'Fröhlichen Alltag' an der richtigen Adresse. Heinz Siebeneicher, die beliebte 'Landfrau' Martha Wäber aus dem Schwarzwald und die übrigen Mitwirkenden haben mit ihrer Live-Veranstaltung auch in Laupheim ins Schwarze getroffen. Das 'gigantische' Publikum (O-Ton Siebeneicher) war von Beginn an gut drauf, so dass die 'Grashüpfer' gleich mit etlichen Stimmungsknallern leichtes Spiel hatte, um die Party-Laune weiter anzuheizen.
Das sei eine Art Gipfeltreffen der volkstümlichen Unterhaltung, begeisterte sich eine Mittvierzigerin, und ihre Freundinnen stimmten vorbehaltlos zu. Erster Jubel brandete beim Auftritt von Frau Wäber (alias Hansy Vogt) auf. Die Dame mit dem Schwarzwald-Chic ist ein Original und schon deshalb nicht vom 'Fröhlichen Alltag' wegzudenken. Ihre Markenzeichen: die dicke Hornbrille und das geblümte Kleid samt adrettem Hütle.

Frau Wäber liebt den Dialog mit ihrem verehrten Herrn Heinz, die Interpretation traditioneller Ohrwürmer (etwa vom 'Holzmichl') und trifft zielgenau den Humor des überwiegend gesetzteren Publikums. Wenn sie ins Quasseln kommt und lustige Geschichten aus dem Leben einer Landfrau erzählt, dann bleibt kein Auge trocken. In dem in Baden-Baden heimisch gewordenen Berliner Heinz Siebeneicher hat Frau Wäber ('Heinz ist ein Volksmusik-Dazwischenschwätzer') einen kongenialen Partner gefunden.

Die Herzen der Besucher im Laupheimer Kulturhaus eroberte auch das Geschwisterpaar Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut. Die Sängerinnen überzeugten stimmlich, auch ihre Natürlichkeit machte sie sympathisch. Die Zuhörer feierten die erfolgreichen Gesangsstars, die mit Liebesliedern, zeitgemäßen Songs - etwa 'La Paloma Blue' - und bodenständigen Volksliedern ('Wenn ich ein Glöcklein wär') einen glücklichen Griff in ihr Repertoire taten.

Als Meister seines Instruments präsentierte sich Star-Trompeter Walter Scholz. Kein Geringerer als Dirigent Herbert von Karajan hat ihn einen 'Jahrhundert-Trompeter' genannt. Die tolle Akustik des Kulturhauses kam vor allem beim stürmisch beklatschten 'Il silencio' zur Geltung.

Vollends gesteppt hat der Bär beim Auftritt der Lieblinge der Volksmusik, den 'Feldbergern'. Von offizieller Seite wurden die vier Jungs zu Musik-Botschaftern und Repräsentanten des Schwarzwaldes ernannt. Ihre Fans lieben sie und den 37-jährigen Strahle- und Frontmann Hansy Vogt (Frau Wäber) im Besonderen. Er bringt selbst 'Anrüchiges' mit so viel Charme und Darstellungskunst rüber, dass sich wohl niemand auf den Schlips getreten fühlt.

(Schwäbische Zeitung, 24. April 2005)

 
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