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GRASHÜPFER in Schweighausen
Über 30 Zünfte sorgten im Bergdorf für die richtige Dosis Narretei

Nach dem Fackelzug durch Schweighausen ging es beim Zunftabend in der Halle, in der Disco und auf dem Festplatz erst richtig los / Vier Stunden volles Programm.

SCHUTTERTAL-SCHWEIGHAUSEN. Der Zunftabend der Geisberger Geisen-meckerer am Samstag, dem ein Nachtumzug voraus gegangen war, entpuppte sich als Besuchermagnet. Diese Kombination war auch in dritter Auflage ein voller Erfolg für die Schweighausener Narrenzunft. 30 auswärtige Zünfte waren ins närrische Bergdorf gekommen, um zunächst beim Umzug mitzulaufen und anschließend den Zunftabend, die Narrendisco oder den Festplatz der Narren zu besuchen.

Bedingt durch verzögertes Eintreffen der einen oder anderen Zunft, erhielten die Böllerfreunde vom Schützenverein Schweighausen etwa 15 Minuten verspätet die Schuss-Freigabe. Trotzdem marschierten die 30 Gastzünfte innerhalb von nur einer halben Stunde in den "Zielbahnhof" auf dem Schulhof ein. Angeführt durch den Musikverein Schweighausen und gefolgt von der Aufsehen erregenden Gastzunft, den "Rolle" aus Hardt, setzte sich der närrische Zug mit vielen Fackeln in Bewegung. Zunftmeister Guido Mücke stellte die einzelnen Gruppen von der Rathaustreppe herunter vor und grüßte mit deren jeweiligen Narrenruf. Die Tennenbronner Wurzel-Hexen trieben mit den überraschend vielen Zuschauern ihren Schabernack. Insgesamt vier Gugge-Musiken, darunter auch die Eckwald-Puper aus Unterharmersbach brachten die richtige Stimmung nach Schweighausen. Aus Buchenbach waren gleich zwei Zünfte angereist, die Burg-Falkensteiner Höllenhunde und die Heistock Hexen. Als Gastzünfte aus dem Schuttertal waren die Ankele Hexen und Lurewiebli mit dabei. Aus Lahr waren die Narrogruppe und die Korkenzieher angereist, später kamen die Laubenhexen zum Zunftabend dazu. Die Klosterkopfhexen aus Neuenburg verstehen sich auf Nachtumzüge, denn zwei Hästräger Verstehen sich im Feuerspucken. Erstmals war das Kinzigtal richtig in Schweighausen mit Steinach, Fischerbach und den Sulzbachhexen aus Hausach stark vertreten.

Der Kreis Emmendingen hat jedoch in Schweighausen immer die Nase vorn, am Samstag gar mit elf Narrengruppen. Mit dabei waren die Felsewiebli, die KoMaSex-Gugge, die Kohlebacher, die Bretenbach- und Hornwaldgeister, die Krabben, die Schelme, die Kinzgeschreckli, die Glottertaler Triibl, die Nachtschatten Teufel und die Elmetritsche. Die Kippenheimer Schelmewinkler revanchierten sich bei den Geisen und kamen zum Gegenbesuch ins Bergdorf. Schlusslicht des Narrenzuges waren die Narrenpolizisten und die Baumstellergruppe selbst, die für den reibungslosen Ablauf unter der Leitung von Oberzunftmeister Jan Fischer mitverantwortlich waren.

Udo Fischer führte dann in der Bergdorf-Halle vor 1200 Gästen durch das vierstündige Programm. Die Tanzkapelle Grashüpfer war wieder Stimmungsgarant und heizte immer wieder die voll besetzte Bergdorfhalle an. Zudem traten vier Guggenmusiken auf, so dass es für jeden Geschmack etwa gab.

Überraschend kamen auch die diesjährigen "Berg un Tal-Veranstalter" , die Pflüme aus Wagenstadt, für einen kurzen Aufenthalt nach Schweighausen. Aus Tennenbronn waren die "Horny Witches" angereist und hatten einen Show-Tanz für das Auge mitgebracht. Als "Cheerleaders" präsentierte sich das Männerballet der Glottertäler Triibl. Aus Spaß und Freude am Tanzen hatten sich junge Mädchen aus Schuttertal unter dem Namen "InMotion" angekündigt und wussten zu überzeugen. Erstmals in Schweighausen, sehr viele Männerballettgruppen, so auch die "Wild Boys" der Krabbenzunft aus Kollmarsreute. Acht Matrosen vom Schutterstand, brachten auch zunächst die Ankele Hexen auf die Bühne, bevor sie von sechs Seemannsbräuten tänzerisch abgelöst wurden.

"Twist again" hieß es beim Damenballett aus dem Glottertal, ein bombastische Stimmung herrschte den ganzen Abend, egal zu welchem Hit, das Publikum ging sängerisch und tänzerisch "voll mit" . Die Gastgeber selbst waren mit einem Gardetanz, einstudiert durch Sandra Göppert, und dem Showtanz einiger "Jungböcke" am Programm beteiligt und setzten den Schlusspunkt.
Roland Fischer

Badische Zeitung vom Montag, 28. Januar 2008 

 
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