|
Im Bergdorf steppt der Bär |
Doppelpack mit Nachtumzug und anschließendem Zunftabend kommt einmal mehr gut an
-------------------------------------------------------------------------------- Badische Zeitung vom Dienstag, 31. Januar 2006 -------------------------------------------------------------------------------- SCHUTTERTAL-SCHWEIGHAUSEN (ff). Die riesige Teufelsmaske erstrahlt im flackernden Licht. Im Schein der brennenden Zinken seiner Heugabel zieht eine große zottelige Gestalt durchs Schweighausener Bergdorf und blickt hie und da einem Zuschauer streng in die Augen. Die Wolfsteufel aus Waldkirch-Kollnau waren am Samstag nur einer von vielen Blickfängen beim Nachtumzug der Geisberger Geisenmeckerer.
Dabei war die Haut der Zuschauer trotz bitterer Kälte aber keinesfalls nur von Gänsehaut überzogen. Denn es heizten zahlreiche Musikvereine und Guggenmusiken den Zuschauern ein und eine bunt gemischte Narrenschar zog unter lauten Narri-Narro-Rufen durchs Bergdorf.
Wie im Vorjahr schon wand sich der närrische Lindwurm direkt in die Bergdorfhalle zum Zunftabend der Geisenmeckerer. Ein riesiges Narrenspektakel spielte sich im Anschluss an den Nachtumzug rund um die Bergdorfhalle ab. Bereits die Riddemer Noterätscher brachten die aus allen Nähten platzende Bergdorfhalle zum Brodeln. Genau die richtige Stimmung, um das Geisenballett in neuer Formation beim Gardetanz anzufeuern.
In seiner Jugendbütt schaffte es der vierzehnjährige Michael Zehnle dann mühelos, die wild gewordene Narrenschar zu übertönen und sich ihre Aufmerksamkeit zu sichern. Die Junggeis machte sich in seinem extravaganten Fan outfit über die Pannen der anstehenden Fußballweltmeisterschaft lustig. Im Anschluss konnte Udo Fischer den Showtanz der Ankele Hexen ansagen.
Großen Applaus bekam die Showtanzgruppe aus Schiltach für ihr Abba-Medley. Großen Respekt verdienten auch die Korker Feuerhexen, die trotz Häs und Maskierung einen vollkommen synchronen Techno-Hexentanz präsentierten.
Astrid Lindgren wäre wahrscheinlich schockiert gewesen, hätte sie die Mädels der “Säcklistrecker Steps” zu ihrem Pippi-Klassiker die Hüllen fallen lassen sehn. Die Narren in der Bergdorfhalle fanden´ s spitze und waren nicht mehr auf ihren Plätzen zu halten. Auch die anderen Zünfte ließen es sich nicht nehmen, die Stimmung in der Bergdorfhalle weiter anzuheizen. So verzauberten auch die Showtanzgruppen der Elz-Dämonen Emmendingen, der Wittelbacher Schnaighexen, der Hofstätter Höllenhunde und der Hornberger Schlosshexen die Zuschauer. Nicht nur der Platz rund um die Bühne verwandelte sich dank der Guggemusiken aus Dörlinbach, Hofstetten und Hänner zu einer einzigen Tanzfläche.
Als das Geisenballett seinen Showtanz mit HipHop-Einlagen zum Besten gab, war in der Bergdorfhalle bereits kein Durchkommen mehr. Die Teninger Wiebergugge rundete das Mammutprogramm ab und heizte den Gästen in der Bergdorfhalle zum Abschluss ein.
Doch auch in den wenigen Pausen ging die Party in der Bergdorfhalle weiter, denn zur Musik der Grashüpfer schwangen Höllenhunde und Hexen gemeinsam mit “zivilen” Katzen, Schmetterlingen und Neandertalern das Tanzbein. Wer es zeitweise etwas ruhiger mochte, zog sich ins Hallenfoyer auf einen Schnaps an der Geise-Tränke von Göpperts Hoflädele zurück und hatte die Qual der Wahl.
Dichtes Gedränge und eine riesige Stimmung herrschten auch den ganzen Abend und einen Großteil der Nacht im Schützenkeller, wo das Schankpersonal alle Hände voll zu tun hatte, den Wünschen der Narren nachzukommen.
Der Zunftabend mit Nachtumzug im Doppelpack waren einmal mehr für die Geisenmeckerer ein voller Erfolg. Die Ampelregelung zum Jugendschutz und die Entzerrung der Gäste durch gleichzeitiges Öffnen der Halle und des Schützenkellers hatten eine reibungslose Fasentfeier ermöglicht, bei der spätestens in den frühen Morgenstunden auch der letzte Teufel seinen Schrecken verloren hatte. |