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Ein Abend der Volksmusik: 'Frau Wäber' präsentierte ihre Stars am Donnerstagabend in der Leonberger Stadthalle
Leonberg. Wenn sie ruft, kommen sie alle: die Musikanten und die
Zuhörer. 'Frau Wäber' und ihre Stars 2007 haben die Leonberger
Stadthalle am Donnerstag sehr gut gefüllt und mit abwechslungsreichem
Programm für gute Laune und ausgelassene Stimmung gesorgt. Noch immer auf der Suche nach einem Mann ist Frau Wäber - und hat auch in Leonberg keinen 'an Land ziehen können'. Baden-Württembergs berühmt-berüchtigte Landfrau, kess mit dunkelblauem Kleid, roter Schürze, ausladendem Hinterteil, Stock und riesiger Handtasche, ist bekannt als nervende Assistentin von Thomas Ohrner in der SWR-Produktion 'Fröhlicher Alltag'. Wenn sie - dargestellt von Hansy Vogt, dem Frontmann der Feldberger und SWR-Moderator - auf die Bühne stolpert, gibt es schon wegen der skurrilen Optik kein Halten mehr. Wenn Martha Wäber dann ihre Schwertgosch aufmacht, werden die Lachmuskeln an die Grenzen der Belastbarkeit gezwungen.
Klar, die Suche nach einem Mann ist für eine gereifte Schwarzwald-Landfrau nicht einfach, dennoch versucht sie auch in Leonberg, die Männer im großen Saal zu becircen, nur mal wieder ohne Erfolg. Mit viel Wortwitz, Schlagfertigkeit und einer sprachlich und geografisch auf das Schwäbische begrenzten Weltsicht macht sie sich etwa ohne Berührungsängste über das Internet her, erzählt von kuriosen Erlebnissen im Wellnesshotel mit ihrer Freundin Renate und lässt immer wieder durchblicken, dass die für ihre Doppelgarage immer noch Platz bietet. Besonders die Sketche, die knapp an der Gürtellinie vorbei zielen, finden die meisten Lacher.
'Immer frisch rasiert und gut frisiert', kündigt sie Reiner Kirsten an, den unerfüllten Traum vieler Schwiegermütter in spe. Er stammt aus einer singenden Schwarzwaldfamilie und stand daher schon als Fünfjähriger auf der Bühne. Dass er später als professioneller Begleitsänger, als Jazz- und Studiosänger arbeitete, merkt man seiner ausgebildeten Stimme an. Zum Playback gab er Stücke wie 'Halli, hallo, ich bin der Reiner', die Schwarzwaldhymne 'Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal' oder eine Hommage an die Mama zum Besten. Das Publikum konnte fast alle Refrains mitsingen.
Eröffnet wurde das gut dreistündige Programm von den 'Grashüpfern', mit Gitarre, zünftigem Akkordeon sowie witzigen und traditionellen volkstümlichen Weisen. Quirlig und lebhaft, jedoch auch voller Gefühl, eroberte nach und nach Mara Kayser das Herz des Publikums. Zum Abschluss liefen die Feldberger zu Höchstform auf. Die Halle brodelte, wenn Chris seine steyrische Harmonika in alpenländischem Schuhplattlerrhythmus fetzen ließ. Mit flotten Sprüchen und strahlend weißen Zähnen führte der wohl gebräunte Hansy Vogt durch das Programm 'seiner' Band. 'Petrus, schieb die Wolken weg' oder 'Edeltraud' sangen die Besucher mit Begeisterung und Inbrunst mit. Bei so viel konzentrierten SWR 4-Protagonisten hätte der legendäre Moderator Heinz Siebeneicher sicher seine helle Freude gehabt. (Leonberg, Rainer Enke, 20. April 2007)
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