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Vier Stunden prächtige Unterhaltung gab es am Samstag in Östringen beim volkstümlichen Abend im Rahmen der Feierlichkeiten zum einhundertjährigen Bestehen des Musikvereins.
Als Zugpferde für ihr Konzert hatten die Verantwortlichen um Vorstand Alfred Ruf die „Feldberger“ verpflichtet und damit zweifelsohne einen Glücksgriff gelandet, denn die vier Stimmungskanonen aus der Gegend zwischen Schluchsee und Titisee rund um die höchste Erhebung des Schwarzwalds ließen die Wogen im schmuck hergerichteten Festzelt bei der Stadthalle wahrlich hochschlagen. Ein pfiffiges musikalisches Repertoire, das fernab verstaubter Traditionsgesänge auf Anhieb bei Jung und Alt für Partylaune sorgte, die lockeren Sprüche und spaßigen Gags von Frontmann Hansy Vogt sowie der enge Kontakt zum Publikum ließen den viel zitierten "Funken" zwischen Band und Konzertbesuchern auf Anhieb überspringen. Seine mitgebrachten Schilder mit Regieanweisungen wie "Klatschen", "Hände hoch" oder "Hey Hey" konnte Entertainer-Naturtalent Vogt jedenfalls schon sehr bald beiseite legen, denn die Fans waren im Nu auf "Betriebstemperatur" und gerieten mehr und mehr aus dem Häuschen. Mit fetzig-fröhlichen Songs à la "Halleluja mamma mia" und "Edeltraud" trafen die "Feldberger" ebenso zielsicher den Geschmack ihrer Anhänger wie mit eher nachdenklicheren Songs wie "Die Welt von ganz weit oben seh´n", der dazu bewegen will, sich in immer hektischeren Zeiten mehr den wirklich wichtigen Dingen im Leben zuzuwenden. Bei jeder musikalischen Gangart wurde indessen deutlich, dass die vier Gaudiburschen ihr Handwerk bestens verstehen. Chris Laubis verblüffte immer wieder mit seinem virtuosen Spiel auf der steirischen Harmonika, während Joe Kuttruff am Schlagwerk und Lothar Böhler am Bass zuverlässig den musikalischen Kurs der "Feldberger" hielten. Im Verlauf der Show holten sich Hansy Vogt und die "Feldberger" immer wieder Gäste aus dem Publikum zu spaßigen Einlagen auf die Bühne und exakt in dieser Aufhebung der Trennung zwischen Künstler und Zuschauer liegt gewiss eines der Geheimnisse der "fahrenden Musikanten aus dem wilden Süden" und ihrer nun schon fast zwanzigjährigen Erfolgsgeschichte. Vogt, der in einer Einlage mit seinem Hasen "Felix" auch sein Talent als Bauchredner unter Beweis stellte, behält bei seinen spontanen Aktionen und mitunter frivolen Dialogen stets das Gespür, wie er das Publikum begeistern kann, ohne seinen jeweiligen Bühnengast bloßzustellen. Da wird mal so eben "ein weibliches Kleidungsstück" aus dem Dekolletee der Gattin des Bürgermeisterstellvertreters gezaubert, singt der örtliche Getränkelieferant nach dem Sieg im Bierwetttrinken ein Kinderschlaflied und muss/darf seine Frau küssen, solange die Fan applaudieren – die Überraschung gelingt jeweils perfekt und die einzelnen Akteure aus dem Publikum können auch am Ende ihrer Einlage noch mitlachen. Als erfolgreiche "Stimmungsmacher" hatten sich zu Beginn des Konzertabends die "Grashüpfer" betätigt. Die beiden Glottertaler Musikanten Bernd Weißhaar und Jürgen Schindler sprühten vor Spielfreude, machten gleich kräftig Dampf im Festzelt und wurden besonders für ihren Hit "Schwarzwaldmarie" gefeiert. Stürmischen Appplaus gab es auch für die Sängerin Mara Kayser, die mit Charme, sinnlicher Ausstrahlung und samtweicher Stimme die Lieder ihrer soeben erschienenen neuen CD "Angekommen" präsentierte. Fröhlich-optimistische Texte wechselten beim Auftritt von Mara Kayser mit einfühlsamen Liebesliedern und melancholischen Songs wie "Das Leben ist kein Wunschkonzert". Schade nur, dass das geräumige Festzelt des Musikvereins bei der Veranstaltung nicht bis an seine Kapazitätsgrenzen gefordert wurde – wer den Weg nach Östringen gefunden hatte, kam jedenfalls voll auf seine Kosten. |